In Richards Beispiel geht es darum, dass wenn jemand mit Absicht Wein auf dem Teppich verschüttet, weil er/sie neidisch ist, es aber für die Tat keine Beweise/Zeugen gibt, es unverantwortlich von uns wäre, diese Person so zu behandeln, wie sie es verdient hätte. Geschieht die Tat jedoch, wenn Zeugen dabei sind, dann ändert das zwar nichts daran, was die Person verdient, legitimiert aber die Behandlung.
Ich frage mich im ersten Fall, ob da nicht auch andere Faktoren von Bedeutung sind. Mir leuchtet ein, dass man nicht einfach jemanden für eine Tat verantwortlich machen kann, ohne Beweise zu haben. Nun ist es aber in der ersten Situation so, dass die andere Person dem Klingeln nachgegangen ist, wodurch es ja ziemlich wahrscheinlich ist, dass die andere Person für den Weinfleck verantwortlich ist. Dadurch, dass sie dann auch noch den Raum verlässt, verstärkt sich der Verdacht, dass diese Person etwas vertuschen will. Vielleicht ist mein Gedankengang hier auch etwas zu weit hergeholt, aber ich will eigentlich sagen, dass manchmal auch andere Dinge für etwas sprechen können. Natürlich darf man sich nicht herausnehmen, mit der Person direkt so zu verfahren, als hätte man es mit eigenen Augen gesehen. Aber wenn andere Faktoren (wie z.B. dass die andere Person nicht im Raum war) für die Schuld sprechen, dann halte ich es für legitim, der Person entsprechend zu begegnen und wenigstens zu hinterfragen, wie es dazu kommen konnte.